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Usability-Test oder -Inspektion?

Während die Teilnehmer eines Usability-Tests die Website im praktischen Gebrauch testen, wird die Usability-Inspektion von Gutachtern durchgeführt. Beide Formen der Usability-Entwicklung lassen sich miteinander kombinieren oder einzeln anwenden – je nach Erfordernis und je nach Budget.

Um die Usability einer Website zu entwickeln und zu bewerten, gibt es verschiedenste Methoden. Diese lassen sich in zwei Kategorien zusammenfassen: Usability-Test und Usability-Inspektion.

Usability-Test

Usability-Test ist der Oberbegriff für eine Reihe verschiedener Methoden, bei denen mit Hilfe von Testpersonen überprüft wird, ob und in welchem Umfang eine Website die gesetzten Usability-Ziele erreicht. Testpersonen sind in der Regel Vertreter der Zielgruppe, die nach bestimmten Kriterien ausgesucht und zum Test eingeladen werden. Je nach Aufwand des Tests und erforderlicher technischer Ausstattung findet dieser entweder in einem Usability-Labor statt oder in anderen Räumen, die einen ungestörten und reibungslosen Testablauf gewährleisten.

Im Rahmen eines Usability-Tests werden den Teilnehmern in der Regel typische Aufgaben gestellt, die es auf der Website zu lösen gilt, beispielsweise das Bestellen eines Artikels oder das Auffinden bestimmter Informationen. Die Teilnehmer werden bei Benutzung der Website genau beobachtet, zum lauten Denken aufgefordert oder aufgezeichnet (Video/Audio). Im Anschluss an den praktischen Test werden die Testpersonen befragt: Wie haben Sie sich auf der Website zurecht gefunden? Wie wurden die Farben empfunden? Wie gut waren die Texte lesbar? Was war angenehmer: das Scrollen oder das seitenweise Blättern?... Aus der Auswertung der gesammelten Daten lassen sich konkrete Optimierungsansätze für die Website ableiten.

Das Usability-Testing erlaubt es, Usability-Schwächen und -Probleme bereits in einem sehr frühen Entwicklungsstadium der Website zu erkennen. Usability-Tests werden daher in der Regel projektbegleitend – an einem Dummy der Website – durchgeführt. Auch aus ökonomischer Sicht ist dieses Vorgehen sinnvoll. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Zeitaufwand für Änderungen mit jeder Projektphase verdoppelt (Hermans Gesetz, vgl. Wolfram Brümmer, »Management von DV-Projekten«). Das bedeutet: Ein Usability-Problem, das in einem frühen Projektstadium in wenigen Stunden zu beheben wäre, kann einen Arbeitsaufwand von mehreren Tagen oder gar Wochen bedeuten, wenn die Änderung an der (fast) fertigen Website erfolgen soll.

Das projektbegleitende Usability-Testing wird vielfach noch aus Kostengründen gescheut. Natürlich erhöht es zunächst die Entwicklungskosten der Website – langfristig trägt es in der Regel aber zur Senkung der Kosten bei, da aufwändige Nachbesserungen der Vergangenheit angehören.

Usability-Inspektion

Usability-Inspektion ist der Oberbegriff für verschiedene Methoden, bei denen die Usability einer Website von Gutachtern nach verschiedenen Kriterien beurteilt wird. Die Usability-Inspektion zielt darauf ab, Usability-Probleme der Website-Nutzer weitestgehend vorhersagen zu können. Wie viele Probleme eine Inspektion tatsächlich aufdecken kann, ist abhängig von der Inspektionsmethode, der Anzahl der Gutachter, ihrer Kompetenz und Erfahrung und ihrer Fähigkeit, die Perspektive des Website-Nutzers einnehmen zu können – ohne dabei den Gesamtkontext aus den Augen zu verlieren.

So kann beispielsweise eine nach Usability-Kriterien viel zu umfangreiche Navigation trotzdem sinnvoll und gut zu handhaben sein, wenn die Website insgesamt logisch und verständlich ist. Umgekehrt kann die gleiche Navigation den Benutzer aber auch überfordern, z.B. wenn die Website nicht klar strukturiert ist. Es gibt bei einer Usability-Inspektion kein Richtig oder Falsch, kein Schwarz oder Weiß, sondern viele feine Abstufungen dazwischen. Entscheidend ist letztendlich, ob die Zielgruppe das Webangebot in der vom Anbieter vorgesehen Art und Weise erfolgreich und zufriedenstellend nutzen kann.

Auch die Usability-Inspektion kann projektbegleitend eingesetzt werden, um Usability-Schwachstellen in einem sehr frühen Projektstadium zu erkennen. Oft geht sie einem Usability-Test voran, um zunächst allgemeine Usability-Probleme zu identifizieren, die in einem Test aufgrund seiner Aufgabenorientierung nicht immer offensichtlich werden. Bei ausreichenden Ressourcen sollten die Vorteile beider Techniken genutzt werden, da sie sich sinnvoll ergänzen.

Da die Usability-Inspektion bereits zahlreiche Usability-Probleme aufdecken kann, bietet sie Firmen, die knapp kalkulieren müssen, eine wertvolle Alternative zum wesentlich teureren Usability-Test.

Auch wenn die Website in der Unternehmenskommunikation eine untergeordnete Rolle spielt und ein Usability-Test gescheut wird, kann die Usability-Inspektion eine gute Alternative sein.

Veröffentlichung: 08/2002
Silvana Borsutzky

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